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Während eines Wochenendseminars werden Aufstellungen
in einer Gruppe abgehalten. In der Aufstellungsgruppe sitzen die
Teilnehmer/innen im Kreis und nachdem sich alle vorgestellt und
etwas kennen gelernt haben, besteht für Sie die Möglichkeit Ihr
Problem bzw. Ihre persönliche Fragestellung in einem kurzen
Vorgespräch mit mir zu erarbeiten und zu äußern. Hierbei werden auch
wichtige Familiendaten erkundet. Siehe hierzu auch Kapitel: Wie
können Sie sich auf Ihre Aufstellung vorbereiten?
Dann entscheide ich, ob Ihre Herkunfts- oder Ihre
Gegenwartsfamilie aufgestellt wird. Die Herkunftsfamilie wird meist
dann aufgestellt, wenn es um Schwierigkeiten geht, die Ihnen schon
seit langer Zeit bekannt, oft lebenslang vertraut sind. Handelt es
sich um neue oder situationsspezifische Fragen – Schwierigkeiten in
der Partnerschaft oder mit Kindern, kommt auch die gegenwärtige
Situation oder Gegenwartsfamilie zur Aufstellung in
Betracht.
Im nächsten Schritt suchen Sie aus der Gruppe
Repräsentant/innen für Ihre Familienmitglieder aus, auch für Sie
selbst. Nun stellen Sie sie in Relation zu einander in den Raum wie
es Ihrem momentanen inneren Bild entspricht. Sie schauen erst einmal
dem Geschehen zu und die Stellvertreter/innen spüren sich ein und
erleben dann, dass sie Gefühle, Gedanken und manchmal sogar die
physischen Symptome der Personen, die sie vertreten
empfinden.
Die Repräsentant/innen äußern sich unter meiner
Anleitung und treten so in Austausch miteinander, mit dem
Familiesystem und können für sich und in Folge für Sie als
aufstellende Person vorteilhaftere Positionen im familiären System
finden. Hierbei werden die Einzelnen durch meine Nachfragen
hinsichtlich ihrer Befindlichkeit reflektiert und sanft geführt.
Nachdem die Familie zu einer stärkenden neuen Ordnung
in der Aufstellung gekommen ist, können Sie als aufstellende Person
Ihre eigene Position einnehmen und sich auf diese Erfahrung, dieses
neue Bild, diese harmonischere Ordnung einlassen und damit sich und
die eigene Position im Familiensystem festigen. Häufig sind hier
lösende Sätze notwendig, die der Neuorientierung und Akzeptanz in
der Familie dienen.
Aufstellungen sind tiefe Erfahrungen. Dafür braucht
die Seele Zeit. Es kann eine Weile dauern, bis es dem Menschen
gelingt, seinen Familienmitgliedern aus dem Lösungsbild heraus zu
begegnen. Bei anderen wieder kann sich das Heilende schnell und
zügig vollziehen. Erfahrungsgemäß können tiefgreifende Veränderungen
noch ein Jahr nach der Aufstellung eintreten. |